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| Dupuytren'sche Beugekontraktur der Hand im Wandel | |
| aufgenommen am: 19.12.2011 | |
| Autor: Klinikum der Universität München, Abteilung für Handchirurgie, Plastische Chirurgie und Ästhetische Chirurgie | |
| München Kategorie: Gesundheit: Krankenhäuser und Kliniken | |
Der Morbus Dupuytren bewirkt eine fortschreitende Beugekontraktur der Finger, die durch eine zunehmende narbige Veränderung des Bindegewebes in der Hohlhand verursacht wird. Durch einen oder mehrere Kontrakturstränge wird die Streckung eines einzelnen oder mehrerer Fingers eingeschränkt. Die Veränderung ist meist nicht schmerzhaft, eine direkte Ursache ist nicht bekannt. Meist besteht eine familiäre Häufung und mehrere Familienmitglieder sind betroffen. Andere chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus werden mit der Erkrankung in Verbindung gebracht. Das neue Medikament wird in einem ersten Schritt durch den Handchirurgen in den Kontrakturstrang injiziert. In den darauf folgenden 24 Stunden löst das Enzym Kollagenase das Bindegewebe des Stranges auf. Am Tag nach der Injektion wird in lokaler Anästhesie der Kontrakturstrang unterbrochen („Cord-Breaking“). In einigen Fällen treten Hautrisse auf, die eine kompetente Wundbehandlung erfordern. Eine physiotherapeutische Begleitbehandlung sowie eine Schienenbehandlung zur Nacht in Streckstellung des Fingers sind empfehlenswert. Das zugelassene Medikament wird von allen Kassen übernommen. Die ärztliche Leistung wir von den privaten Kassen übernommen. Bei gesetzlich Versicherten ist für die ärztliche Behandlung vorab eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen erforderlich. Das zusätzliche Behandlungsverfahren findet bei Patienten sehr positiven Zuspruch. Insbesondere gilt dies für die Betroffenen, die auf Grund ihrer beruflichen Tätigkeit einer Operation auf Grund der resultierenden Arbeitsunfähigkeit eher ablehnend gegenüber stehen und die Behandlung lange hinauszögern sowie für Patienten mit direktem Vergleich zwischen Operation und Kollagenase Behandlung. Die ersten Erfahrungen sind für ausgewählte Patienten insgesamt sehr positiv. Im Gegensatz zur Operation verbleibt allerdings der Großteil des Kontrakturstrangs in der Hohlhand. Langzeiterfahrungen in Bezug auf ein Wiederauftreten der Beugekontraktur liegen derzeit noch nicht vor.
Die Behandlung ist aus unserer Erfahrung an der LMU München gerade für Patienten mit isolierten einzelnen Strängen und einer Beugekontraktur im Grundgelenk besonders attraktiv. Eine Operation empfiehlt sich weiterhin bei ausgedehnten Veränderungen, die mehrere Finger und Gelenke betreffen. Eine individuelle Beratung des Patienten über die verschiedenen Behandlungsoptionen durch den Handchirurgen ist unerlässlich. Kontakt: Prof. Dr. med. Riccardo Giunta, FACS |
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